Stellungnahme zu aktuellen Personalien-Meldungen aus dem Siemens Konzern

02.04.2020

Während die Verbreitung des Corona-Virus die Welt in Atem hält, macht Siemens Schlagzeiten durch Personalentscheidungen:

Der Physiker und (seit September 2019) stellvertretende Vorstandsvorsitzende Dr. Roland Busch wird Joe Kaeser als CEO der Siemens AG nachfolgen. Hierin sehen wir eine konsistente Nachfolgeplanung, deren Umsetzung nun auch offiziell kommuniziert ist. Wir begrüßen diese Entscheidung. Dr. Busch hatte in der Mobility-Sparte die Weichen erfolgreich in Richtung Zukunft gestellt. Durch seine langjährige Erfahrung als Strategiechef und Chief Technology Officer verfügt Dr. Busch über die erforderlichen Kompetenzen, um das Unternehmen mit Technologiekompetenz und Innovationsgeist voranzubringen. Wir freuen uns, dass mit dieser Personalentscheidung für einen erfahrenen Naturwissenschaftler der Anspruch „Technologiekonzern Siemens“ klar sichtbar ist.

In Zeiten der Corona-Krise haben wir die Erwartung, dass sich die Unternehmensleitung wieder auf die bewährten Siemens-Stärken besinnt. Wir fordern ein Ende der „Ausgliederitis“!

Zu den Turbulenzen im Zusammenhang mit der geplanten Verselbstständigung der Energie-Sparte:

Auch wir wurden von der Nachricht überrascht, dass das vorgesehene Energy-Führungsduo Michael Sen und Klaus Patzak schon 6 Monate nach seiner Bestellung das Unternehmen verlässt. Diese Nachricht so kurz vor dem geplanten Börsengang von Energy hat auch bei vielen unserer Belegschaftsaktionäre Fragen aufgeworfen. Sen und Patzak scheiden laut offizieller Veröffentlichung von Siemens „im gegenseitigen Einvernehmen“ aus, der „Wechsel sei die beste Entscheidung für das neue Unternehmen“. Nachfolgen soll Dr. Christian Bruch, bisher CEO der Engineering-Sparte von Linde sowie Maria Ferraro, derzeit CFO von Digital Industries. Joe Kaeser soll nach dem Börsengang Aufsichtsratschef der neuen Energy AG werden.

In den Medien ist hinsichtlich dieser überraschenden Personalentscheidung von „Tohuwabohu, Bankrotterklärung und Machtkampf“ die Rede. Unabhängig von diesen Bewertungen ist es aus unserer Sicht jetzt wichtiger, nach vorne zu schauen. Wir verlangen, Energy mit soviel Kapital für Innovationen und Investitionen auszustatten, dass eine langfristige Ausrichtung und Sicherung der neuen Gesellschaft ermöglicht wird. Die Siemens AG muss bei Energy – anders als bei OSRAM – langfristig Ankeraktionär bleiben!