Redebeitrag von Volker Lang bei der Hauptversammlung der Siemens Healthineers AG

München, 12.02.2020

Sehr geehrte Aktionäre, 

sehr geehrte Damen und Herren des Vorstands und Aufsichtsrats, mein Name ist Volker Lang. Ich vertrete hier und spreche im Namen des Belegschafts-Aktionärsvereins WIR für SIEMENS“.

Wir begrüßen es sehr, dass die Siemens Healthineers AG mit dem Belegschaftsaktienprogramm an die langjährige Tradition der Siemens AG anknüpft und in diesem Sinne die Eigentümerkultur der Beschäftigten stärkt. Es kann einem doch gar nichts besseres passieren, als in der Belegschaft einen Ankeraktionär zu haben, der die Firma mit dem kürzlich vergebenen Label „Great place to work“ auszeichnet. Meinen Glückwunsch dazu!

Die Bundesregierung plant die Anhebung des Steuerfreibetrages beim Erwerb von Belegschaftsaktien auf 720 € anzuheben. Auch wenn das sicher nicht zu der von Kevin Kühnert als Utopie vorgetragenen Vergesellschaftung der Unternehmen führen wird, meine Frage: Welche Maßnahmen werden von der Firmenseite bereits in Angriff genommen, um diese von der Bundesregierung vorgesehene Verdopplung des Steuerfreibetrages auch im Aktienprogramm 2021 Realität werden zu lassen?

Investitionen & Langfristigkeit

Ein wichtiger Punkt für uns als Belegschaftsaktionäre und auch für mich persönlich ist das Investment in neue Technologien. Die Akquisition im Bereich Robotik bietet spannende Chancen, die Investitionen im Bereich der Digitalisierung möchte ich im Besonderen loben. Allerdings benötigen diese Investitionen Zeit, Früchte zu tragen. 

Insbesondere bei den Digitalen Technologien sind die Vertriebszyklen häufig länger und sind dabei auch noch sehr aufwändig. Das beißt sich sehr mit dem seit dem Börsengang entwickelten Bedarf, Quartalszahlen hohes Gewicht beizumessen. Ich bitte Sie, Herrn Dr. Montag, hier weiterhin mutig, aber auch geduldig und ausdauernd zu sein. In diesem Bereich hat die Firma in der Vergangenheit durch den Verkauf von Unternehmensanteilen Vertrauen verspielt, das nun mühsam aufgebaut werden muss. Beim Betrachten einzelner Unternehmensanteile bitten wir Sie daher, weiterhin eine breite Aufstellung beizubehalten, auch wenn die Profitabilität noch nicht in jedem Teilbereich  auf Zielmarke liegt. Das schafft auch Vertrauen in der Belegschaft.

Meine Frage:

Plant die Firmenseite weiterhin breit aufgestellt zu bleiben um als Lösungsanbieter auch aus eigener Kraft ein möglichst breites klinisches Spektrum, insbesondere in der Routinediagnostik anzubieten?

Mein letzter Punkt richtet sich an den Aufsichtsrat. Die Belegschaft verfolgt mit Spannung die Entwicklung der Vorstandsgehälter. Ganz natürlich wird diese auch immer mit der Entwicklung des eigenen Einkommensbandes verglichen. Dabei fällt doch auf, dass sich seit dem Börsengang der Orientierungswert der Führungskräfte weit schlechter entwickelt hat als die Vorstandsgehälter. Wir bitten hier Maß zu halten und ich möchte fragen: Gibt es Ideen, die Entwicklung der Vorstandsgehälter mit dem Orientierungswert der Führungskräfte direkt oder indirekt zu verknüpfen, bzw. wie soll eine zunehmende Spreizung verhindert werden? Schließlich wollen wir alle, dass Siemens Healthineers auch in dieser Hinsicht ein „Great place to work“ bleibt.

Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit.